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Biber Freddie –
Eine kleine Geschichte vom Feldberg

... Es begann im Jahr 2002

Freddie, damals zwei Jahre alt, machte sich von der Wutach her auf, um eine neue Heimat zu finden. Am Ende des Winters, Ende Februar, Anfang März, verließ er seine Eltern, um schließlich eine eigene Familie zu gründen; noch war er alleine.

Es war ein steiniger, teils sehr steiler, gefährlicher und anstrengender Weg bis zur Haslach. Bei Lenzkirch bog er damals von der Wutach ab und landete im Schwellenweiher bei Falkau, wo er endlich wieder ruhigeres und tieferes Wasser vorfand. Am Ufer standen am Anfang viele alte Fichten und wenige Laubbäume. Es war sehr dunkel am Bach.

Schwellenweiher wurden einst aufgestaut, um mit dem aufgestauten Wasser das Holz bachabwärts zu befördern. Damals, als das noch gemacht wurde, hat man Biber sogar gegessen. Etwa um 1850 wurde der letzte am Rhein erlegt.

Freddie war nun der erste, der über die Wutach den Weg zurück in Richtung des Feldbergs fand. Seine Grosseltern stammten vom Rhein, genauer gesagt aus der Schweiz, wo man ab 1960 wieder Biber angesiedelt hat, weil Biber neuen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten schaffen und Bachläufe wieder über breitere Täler fliessen lassen.

Ruhig war es bis 2005, dann lebten zwei Biber am Schwellenweiher, für die Familie baute Freddie viele Staudämme, fällte viele der an der Haslach stehenden Fichten und es wurde sehr hell an den Ufern. Plötzlich blühten hier wieder viele Pflanzen.

Manch grossen Baum mussten die Förster von Fürstenberg und die Gemeinde Feldberg aber auch fällen, weil diese sonst auf den Weg gestürzt wären. Die Menschen gewöhnten sich an die Baumfällungen, waren fasziniert von den Staudämmen und schauten jeden Tag gespannt nach den neuesten Spuren von Freddie und seiner Familie.

Dann wurde am Sportplatz ein neuer Weg gebaut und es wurde nun etwas unruhiger an der Haslach, doch zunächst schien das die Biber nicht zu stören bis zum Sommer 2007, dann fühlten sich beide Biber nicht mehr wohl. Die Jungen waren zu diesem Zeitpunkt schon groß und selbstständig. Freddie und vor allem seiner Frau wurde es zu unruhig und er war plötzlich wieder alleine.

Im Juli 2008 machte er sich auf den Weg in Richtung Titisee, weil er mitbekommen hatte, dass dort Verwandte von ihm leben sollten. Aber Freddie kam leider nicht sehr weit: Beim Bierhäusle, einem kleinen Gasthaus an der Ortsstraße, wurde er von einem Auto überfahren.

Die Menschen in Falkau waren sehr traurig, als sie vom Tod des ersten zurückgekehrten Bibers Freddie hörten. Jetzt grasen dort, wo Freddie gelebt und gewirkt hat, Rehe und vielleicht kann man dort in der Nähe frühmorgens einen Rothirsch entdecken, denn Freddie hat viele neue Pflanzen an der Haslach wachsen lassen, die nun anderen Tieren schmecken.

Freddie wurde nach seinem Tod von M. Siefridt aus Schluchsee zu einem
schönen Tierpräparat umgestaltet.

Freddie „macht Schule“

Das Präparat unseres Bibers Freddie befindet sich in der Ausstellung im Haus der Natur am Feldberg und kann dort besichtigt werden.

Kindergärten, Schulen und ähnliche Einrichtungen können das Präparat
zu naturkundlichen Anschauungszwecken jederzeit gerne ausleihen.

Bitte wenden Sie sich bei Interesse an:
Georg Schwörer
Tel.: 0(49)7655 - 475
E-Mail: ferienhaus.schwoerer@t-online.de


Kleiner Bibersteckbrief:

Biber sind ausgewachsen 1,30 m lang, der Schwanz misst 30 cm. Sie erreichen ein Höchstgewicht von 35 kg. Der Biber ist das grösste europäische Nagetier. Das Fell ist wasserabweisend wird mit einem öligen Sekret eingefettet und mit der „Putzkralle“ gestriegelt. Der Schwanz ist als breite, beschuppte „Kelle“ ausgebildet. Die Vorderfüsse tragen 5 kräftige Grabzehen. Die Zehen der Hinterfüsse sind durch Schwmimmhäute verbunden, die zweite Zehe ist als „Putzkralle“ ausgebildet. Biber haben grosse nachwachsende Nagezähne.

Biber waren 150 Jahre ausgerottet, der dichte Pelz wurde begehrt, das Fleisch als Fastenspeise verzehrt, das „Bibergeil“ pharmazeutisch genutzt. Mit dem „Bibergeil“ aus Drüsen im Hinterleib markieren die Tiere ihre Reviere, in einem Revier lebt jeweils eine Familie mit zwei Jungtierjahrgängen. Biber haben 2-3 Junge pro Jahr. Sie ernähren sich im Sommer von Wasser- und Uferpflanzen, im Winter greifen sie auf angelegte Vorräte aus Ästen, Zweigen und Baumrinde zurück. Sie halten keinen Winterschlaf.

Bei niedrigen Wasserständen bauen Biber Staudämme aus Bäumen, die sie mit ihren starken Nagezähnen fällen. Als hervorragende Schwimmer und Taucher können sie bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben.

Biber sind sehr anpassungsfähig, besiedeln zahlreiche Gewässertypen. Sie sind dämmerungs- bis nachtaktiv. Sie erreichen ein Höchstalter von 20 Jahren. Der Biber besiedelte einst die gesamte Laub- und Nadelwaldzone Europas und Asiens. Es gibt zwei Arten den eurasischen und den kanadischen Biber.

Biberbau (schematische Darstellung)

Weitere Informationen:
Bettina Sättele, Biberbeauftragte





 

 

 

 

 

 




 
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